Füllwörter

Ich hasse Füllwörter. Ich hasse sie, weil sie mich zu lieben scheinen. In jeden meiner Posts schleichen sie sich ein. Manchmal merke ich es, manchmal nicht. Sie sind total nutzlos, blähen den Text unnötig auf und machen ihn schwerer lesbar.

Was sind Füllwörter?
Bis auf wenige Ausnahmen kann man jedes Wort als Füllwort beschreiben, das man einfach ersatzlos aus dem Text streichen kann, ohne das sich der Sinn verändert.

Füllwörter muss man von Modalpartikeln oder Konjunktionen abgrenzen:

Modalpartikel können nicht weggelassen werden, ohne dass der Text keinen Sinn mehr ergibt.

Beispiel:
Hast du schon wieder nicht aufgeräumt? (schon wieder = Es wurde schon mehrfach gesagt)
Du bist vielleicht dämlich! (vielleicht = kaum zu fassen, wie sehr)
Ich bin halt so! (halt = Bekräftigung der Aussage)

Konjunktionen kann man grob als Bindewörter bezeichnen. Sie mögen auch Füllwörter sein, aber man braucht sie z.B um Sätze zu verbinden oder Nebensätze einzuleiten. Daher können sie ebenso wenig wie Modalpartikel weggelassen werden.

Beispiel:
Er liebte seine Freundin, aber er konnte sich nicht für sie freuen.
Sie schaltete den Fernseher ein und schaute ihre Lieblingssendung.
Er war sich sicher sie würde ihm was vorspielen, tatsächlich meinte sie es ernst.

Hier noch ein Auszug aus einer seeehr alten Geschichte (2003) von mir:

Die Nacht war klar und von einer durchdringenden Dunkelheit, die (selbst) die glitzernden Sterne sowie der silberne Halbmond nicht zu erhellen vermochte. Danyael spielte nervös mit Griff seines Schwertes. Seine Schwester Pyriel war (schon) seit gut zwei Stunden fort, obwohl sie ihm versichert hatte schnell (wieder) zurückzukehren. Im Grunde war sein Verhalten töricht. Pyriel war kein kleines Mädchen und hilflos (schon) (gar) nicht, er (selbst) hatte ihr den Umgang mit dem Schwert beigebracht und wußte aus eigener Erfahrung, dass sie ihm was Ausdauer und Geschick betraf in nichts nachstand. (Trotzdem) war er nervös.Die Straßen lagen (ungewöhnlich) still. Seit er sich auf der Bank direkt auf dem Marktplatz niedergelassen hatte, um auf seine kleine Schwester zu warten, ist ihm nicht eine Menschenseele über den Weg gelaufen. Einzig eine halb verhungerte Katze war als schwarzer Schatten von der einen Seite des Marktplatzes zur anderen gehuscht. In den meisten Fenstern war das Licht (bereits) erloschen und als Danyael die Augen schloß und lauschte, hörte er (nur) ein leises Scharren und das knarren alter Fensterläden. Und (dann) das Geräusch von Schritten, direkt hinter ihm.


Den Text habe ich durch den „Füllwörter-Test“ gejagt. Den Test findet ihr hier:

https://www.schreiblabor.com/textlabor/filler/

Damit könnt ihr euren Text schnell auf Füllwörter überprüfen. Bedenkt bitte, dass der Test nicht zwischen unnötigen Füllwörtern, Modalpartikeln und Konjunktionen unterscheiden kann. Lest euren Text durch und prüft, welche Wörter ihr weglassen könnt.

Schreiblabor.com bietet noch weitere Tipps für einen besseren Schreibstil.

Sind Füllwörter grundsätzlich böse?
Nein. Bei der wörtlichen Rede helfen sie, dass das Gesagte weniger künstlich klingt und unterstreichen manche Aussagen besser. Außerhalb davon sind sie aber überflüssige Anhängsel, die einen Text schlechter lesbar machen.

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