Show, don’t tell.

Auf der Suche nach einem besseren Schreibstil fand ich mich einst auf einem Wie-werde-ich-ein-guter Autor-Blog wieder. Jetzt wollte ich weder einen Roman schreiben, noch Autor werden. Aber die Tipps, die einem dort gegeben werden sind für das Forenrollenspiel außerordentlich nützlich. Eine Regel begegnet einem in diesen Blogs immer wieder. Gebetsmühlenartig wird sie dir um die Ohren gehauen, bis du sie schon nicht mehr hören kannst. Aber sie ergibt Sinn und wenn man sie beachtet, kann man seinen Stil in kurzer Zeit deutlich verbessern. Je besser wir fähig sind, unsere Szene anschaulich zu machen, desto mehr Spaß haben wir und natürlich auch unsere Mitspieler. Nichts ist ärgerlicher als den lange verfassten Post hinterher haarklein erklären zu müssen, weil ihn außer dir niemand verstanden hat. Es gibt eine Menge Dinge, auf die man achten kann. Die allerwichtigste Schreibregel lautet für mich aber:

Show, don’t tell (Zeigen, nicht beschreiben)

Diese Regel besagt, das du deinen Charakter und seine Gefühle nicht anhand von Adjektiven beschreiben sollst,sondern mit Hilfe von bildhafter Sprache dem Leser zeigst, wie sich dein Charakter gerade fühlt.

Beispiel 1: 

Lisa war wütend auf Thomas.

Beispiel 2:

Am liebsten hätte sie etwas kaputt geschlagen, wenn nicht ein letzter Rest rationaler Verstand sie davon abgehalten hätte. Was war Thomas nur für ein Idiot! Sie derartig vorzuführen! Mit geballten Fäusten stampfte sie auf und ab und hoffte geradezu darauf, das sich die Tür öffnen und jemand herein kommen würde. Völlig egal wer dieser arme Tropf war, er würde ihre gesamte Wut und Frustration abbekommen, soviel war sicher. Die Hitze in ihrer Brust nahm zu. Es musste ein Ventil her, an dem sie sich auslassen konnte, bevor sie explodierte.

Im zweiten Beispiel haben wir genau dasselbe gesagt wie im ersten. Lisa war wütend auf Thomas. Das zweite Beispiel kommt ohne die Adjektive „verärgert“, „sauer“, „zornig“ oder wütend“ aus, und dennoch können wir uns ziemlich gut vorstellen, was in Lisa vor geht. Man muss seinen Leser am Gedanken und Gefühlsleben seines Charakters teilhaben lassen. Versucht euch daran zu erinnern, wie ihr euch gefühlt habt in gewissen Situationen. Was habt ihr gemacht, gedacht oder gesagt, wenn ihr euch einmal richtig geärgert habt, wenn ihr traurig gewesen seid oder euch etwas schönes widerfahren ist? Das ist für den Anfang eine gute Hilfe. Eure Leser und Mitspieler werden es euch danken. Denn nichts ist schöner, als sich vom Text des anderen mitgenommen und berührt zu fühlen.

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